Technische Informationen

Hintergrund zur Bilderfassung

Die individuelle Gestaltung von Implantaten zielt auf die bestmögliche anatomische Anpassung des maßgeschneiderten Implantats an die Anatomie des Patienten ab. In der Regel bilden CT-Aufnahmen des betroffenen Bereichs die Grundlage für die 3D-Modellierung und die anschließende Planung und Konstruktion des entsprechenden Implantats und/oder der chirurgischen Schablonen. Wir ziehen CT- gegenüber MRT-Daten vor, weil die Bildauflösung besser und die (knöcherne) Segmentierung schneller und zuverlässiger ist. Steht kein CT zur Verfügung, kann auch ein MRT verwendet werden. Für die vorläufige Fallbeurteilung können einfache Röntgenbilder mit einem gewissen Referenzmassstab ausreichen. Für die Detailplanung und das endgültige Implantatdesign sind jedoch CT- oder MRT-Aufnahmen zwingend erforderlich.

Materialien

Bei der Entwicklung, Herstellung und klinischen Anwendung von Implantaten verfolgen wir einen multimodalen Ansatz, bei dem wir die Vorteile verschiedener Materialien zum Wohle unserer Patienten kombinieren. Neben Cobalt-Chrom oder Titan nutzen wir die Vorteile alternativer Materialien wie PEEK und thermoplastisches Polyurethan (TPU). Natürlich sind alle verwendeten Materialien biokompatibel und können sterilisiert werden

PEEK (Poly-Ether-Ether-Keton) ist ein Hochleistungskunststoff, der in der Humanmedizin standardmäßig für Implantate genutzt wird. 

  • Elastizitätsmodul vergleibar mit spongiosem Knochen
  • hohe Bruchfestigkeit
  • Röntgentransparenz

TPU ist ein weiterer Hochleistungskunststoff. Durch seine Elastizität und Abriebfestigkeit eignet er sich als künstlicher Knorpelersatz. 

3D Druck – Additive Fertigung

Beim 3D Druck wird ein Objekt schichtweise aufgebaut. Dadurch werden komplexe Formen ermöglicht, die nicht mit konventionellen Fertigungsverfahren hergestellt werden können. Außerdem können Einzelteile oder Kleinserien effizient hergestellt werden. Der 3D-Druck bietet in der Tiermedizin viele spannende Vorteile. Er ermöglicht die Herstellung von individuell angepassten Implantaten, Prothesen und chirurgischen Hilfsmitteln, die perfekt auf das Tier abgestimmt sind. Das führt zu besseren Behandlungsergebnissen und schnelleren Genesungszeiten. Außerdem kann der 3D-Druck die Planung und Durchführung von Operationen erleichtern, da präzise Modelle von Knochen oder Organen erstellt werden können. Insgesamt trägt diese Technologie dazu bei, die Versorgung von Tieren noch effektiver und schonender zu gestalten. Man unterscheidet verschiedene Verfahren, die jeweils individuelle Anwendungsbereiche und Vorteile haben. Wir nutzen Fused Deposition Modelling (FDM), Stereolitographie (SLA) und Selective Laser Melting (SLM).

Die Vorteile des 3D-Drucks von Implantaten sind vielfältig:

  • Individuelle Anpassung: Jedes Implantat wird speziell für das Tier und die jeweilige chirurgische Situation entworfen.
  • Flexibilität: Die Herstellung komplexer Formen und Hinterschnitte ist möglich.
  • Schnelligkeit: Im Vergleich zu traditionellen Fertigungsmethoden können 3D-gedruckte Implantate innerhalb kürzester Zeit hergestellt werden, was die Wartezeiten für die Operation minimiert.
  • Kosten: Die additive Fertigung bietet die Möglichkeit, Einzelteile zu geringeren Preisen als bei konventionellen Fertigungsverfahren herzustellen.